Einleitung

Unsere pädagogische Arbeit basiert auf der von Rudolf Steiner vor etwa 80 Jahren gegründeten Waldorfpädagogik, die inzwischen weltweit verbreitet und anerkannt ist und in ihrer Praxis beständig weiterentwickelt wird. Sie betrachtet die leibliche, seelische und geistige Entwicklung des Kindes als Ganzheit. Waldorfpädagogik geht davon aus, dass jeder Mensch in seinem Innersten einen geistigen Kern besitzt, der unzerstörbar ist. Von diesem gehen im Grunde alle Entwicklungs- und Lernimpulse aus. Das heißt, dass jedes Kind das Potential seiner Entwicklung bereits in sich trägt, ebenso wie ein Samenkorn das Potential der ganzen Pflanze. Die ErzieherInnen haben also eine dem Gärtner vergleichbare Aufgabe: Durch ihre Fürsorge und Unterstützung verhelfen sie dem Kind, angelegte Keime und Veranlagungen zur Entfaltung zu bringen.

Das Kind tritt mit freudiger und schutzloser Offenheit in unsere Welt. Jedes Kind will seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen sammeln und bringt dazu auch seine eigene, unverwechselbare Art mit. Das Kind entwickelt sich selbst. Es hat ein Recht darauf, den dafür individuell benötigten Raum und die Zeit zu bekommen, die ihm selbst entspricht, um später den eigenen Lebensweg finden zu können. Dafür braucht das Kind den Schutz und die liebevolle Fürsorge des Erwachsenen ebenso wie dessen Vorbild. Am Vorbild des Erwachsenen und seinen Handlungen kann sich das Kind nachahmend in die Welt einleben und mit ihr verbinden.

Es besitzt dafür die Fähigkeit eines grenzenlosen Vertrauens, vor allem natürlich in seine Eltern als die ersten und wichtigsten Bezugspersonen.

Die Vermittlung von harmonischen, ästhetischen und wahrhaftigen Sinneseindrücken liegt uns sehr am Herzen. Bei der Gestaltung der Räume und der Einrichtung achten wir auf schöne und zum (Be-)Greifen einladende Formen, eine harmonische Wirkung der Farben. Die Sinne sollen nicht durch unüberschaubare Vielfalt und grelle Farben überreizt werden. In unseren Räumen soll es gut riechen; an Gerüche kann man sich meist am besten erinnern. Eine in dieser Art gestaltet Umgebung kann die Seele des Kindes öffnen und weiten.

Die ErzieherInnen singen viel mit den Kindern: Der ganze Tagesablauf wird durch Lieder, Rhythmen und Reime begleitet. Auf einfachen Instrumenten wie Flöte, Kinderharfe oder Klangspielen wird in den Mittagsschlaf geleitet und zu besonderen Anlässen wie zu Puppenspielen und Festen musiziert. Auch gemalt wird viel mit Wachs- oder Aquarellfarben.

Auf alles, was die Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerrt, wie z.B. Comics, wird verzichtet.